Siedlungen

Wo sich die Möglichkeit bietet, sammeln sich Menschen gerne in halbfesten Lagern oder ständigen Siedlungen. Diese Ansiedlungen bieten wichtige Vorteile wie etwa Naturalientausch oder gemeinsame Verteidigung und erlauben eine berufliche Spezialisierung. Ahbaron System kennt Siedlungen unterschiedlicher Standardgrössen, die hier nach wachsenden Einwohnerzahlen geordnet sind. Die Erläuterungen betonen die Auswirkungen auf das Spiel. Die im Text erwähnten Preislisten folgen weiter unten in diesem Kapitel. Normalerweise überschneiden sich die Bereiche der jeweiligen Einwohnerzahlen mit denen der nächsthöheren bzw. -niedrigeren Stufe.
Entfernungen und Reisedauer beziehen sich immer auf Landreisen ausser explizit anders erwähnt.

Über Siedlungen

Grosse Bevölkerungszentren sind immer das Resultat von Verkehr. Küstenlinien, beschiffbare Flüsse und Überland-Handelswege bilden ein sich überkreuzendes Netz von Handelsarterien und Städte, Grossstädte und Metropole wachsen entlang dieser Arterien. Je grösser die Arterie ist, desto grösser ist die Stadt und wo sich genügend grosse Arterien kreuzen sind Grossstädte und gelegentlich auch Metropolen zu finden. Marktflecken und Dörfer sind verhältnismässig dicht zwischen den grösseren Siedlungen verstreut.

Die Feuerstelle

Diese kleinste funktionierende gesellschaftliche Einheit besteht aus einer (eventuell erweiterten) Familie von etwa zehn Personen, einschliesslich Kindern. Eine Feuerstelle kann, wörtlich genommen, aus einem kleinen Kochfeuer auf dem blanken Boden bestehen; gemeint ist jedoch eine kleine Gruppe intelligenter Wesen, die Schutz und Vorräte miteinander teilen.

Der Bauernhof

Im Gegensatz zur Feuerstelle hat ein Bauernhof mindestens ein festes Gebäude mit 11 bis 30 Bewohnern, meist eine Familie oft erweitert, d.h. bis zum zweiten und dritten Grad. Bauernhöfe habe oft eine Gebetsstätte für die wichtigste lokale Gottheit.
Reisende können hier auf eine warme Mahlzeit und eine Übernachtung im Trockenen hoffen.
Ein Bauernhof nimmt in der Regel 1 Morgen, etwa 2'500 Rechtsschritt (m²), Platz ein, was bei kreisförmiger Anordnung der Gebäude etwa einem Durchmesser von 56 Schritt (m) entspricht.

Weiler

Wenn sich mehrere Höfe in einer lockeren Anordnung zusammenschliessen aber kein Gebäude mit zentraler Funktion wie eine Kirche, einen Gasthof oder Rittergut aufweisen sprechen wir von einem Weiler mit gut 50 bis 300 beständigen Bewohnern.
In einem Weiler kennt jeder jeden, weshalb Kriminalität kaum anzutreffen ist. Aber es gibt immer den einen oder die andere, die gerne Streiche spielt, besonders Fremden gegenüber. Festtage und Feiern sind häufig und der ganze Weiler nimmt daran Teil, festigt dies doch die Beziehung untereinander.
Nur das Notwendigste kann in einem Weiler erstanden werden, Nahrung, Textilien, Pelze oder Felle und Werkzeuge, die im Tauschhandel erwerblich sind.
Reisenden wird in der Regel mit Neugier begegnet, versprechen sie doch Neuigkeiten und Abwechslung, weshalb Fremde auch sofort eine Schar anziehen und oft noch mehrere Tage lang für Gesprächsstoff sorgen.
Die meisten Weiler werden entweder von einem Ältestenrat geführt, der dem Vogt des Landeigners gegenüber verantwortlich ist.
Ein Weiler nimmt rund 5 Tagwerk oder 25'000 Rechtsschritt (m²) ein, bei kreisförmiger Anordnung der Gebäude entspricht dies einem Durchmesser von ca. 180 Schritt (m). Die meisten Häuser sind dabei einstöckig, nur wenige Gebäude sind zwei- oder mehrstöckig.

Marktflecken und Dörfer

Ein Marktflecken oder Dorf ist eine ansehnliche Siedlung mit etwa 300 bis 500 ständigen Einwohnern und stellt das Zentrum für die umliegenden Bauernhöfe und Weiler dar. In jedem Marktflecken gibt es einen Schmied, ein oder zwei Geweihte und einen Wochenmarkt, wo die wandernden Händler der Gegend zusammenkommen, um an Kunden zu verkaufen und bei den Kaufleuten aus fernen Marktflecken, Dörfern oder Städten einzukaufen.
Im Gegensatz zu Dörfern haben Marktflecken keine Mauern. Häuser aus Stein oder anderem nicht brennbarem Material können sich wie in Kleinasien, Italien usw. Wand an Wand auf einem Hügel zusammendrängen.
Marktflecken scharen sich meist um das Anwesen des örtlichen Grundherrn. Nach europäischen Verhältnissen ist er ein Ritter oder ein anderer Angehöriger des niederen Adels. Ein Marktflecken und die umliegenden Dörfer müssen ausreichen Überschuss produzieren, um Familie und Gefolge dieses Adligen zu versorgen.
Ein Marktflecken und Dörfer besitzen in der Regel mehrere kleine heilige Schreine - eine für die Ackergottheit, eine für den Landeskult, eine für die Gottheit des Grundherrn. Statt dessen kann es auch eine Kapelle oder gar eine Kirche für eine dieser Gottheiten oder einen unbedeutenden Lokalgott geben. In barbarischen Ländern kann dort zusätzlich zu den Geweihten ein Schamane seinen Sitz haben. In Weilern und Dörfern sind mindestens ein Zimmermann, ein Dachdecker und ein Schmied, der einfache Gerätschaften anfertigen kann, anzutreffen. Etwa einmal pro Woche kommt ein wandernder Händler durch eine solche Ortschaft.
In Agrarländern liegen Marktflecken und Dörfer etwa 1/3 Wegstunde (1.6 km) auseinander. Das bebaute Land erstreckt sich etwa 400 Schritt (m), worauf ein etwa 800 Schritt (m) breiter Streifen aus Weiden, Ödland und Waldstücken folgt, bevor man auf den nächsten bebauten Boden trifft. In hervorragenden Reisanbaugebieten gibt es wenig mehr als Reisfelder und Hütten, dazwischen in kleineren Abständen Dörfer.
In den meisten Dörfern lebt ein ständiger Geweihter oder ein Schamane, der sich um den Schrein kümmert. Dieser Schrein ist gewöhnlich der regionalen Ackergottheit oder dem Landeskult geweiht.
Das Dorf ist normalerweise die grösste Siedlungsform primitiver Völker und die grösste dauerhafte Siedlungsform von Nomaden.
In dicht besiedelten Agrarländern stellen Dörfer und Weiler die am häufigsten anzutreffende Siedlungsform dar; in der Wildnis können befestigte Dörfer, sogenannte Wehrdörfer, die grösste überhaupt sein.

Ein Marktflecken oder ein Dorf nimmt mindestens 4 Tagwerk oder 20'000 Rechtsschritt (m²), bei kreisförmiger Anordnung der Gebäude entspricht dies einem Durchmesser von ca. 160 Schritt (m), bis 7 Tagwerk oder 35'000 Rechtsschritt (m²), bei kreisförmiger Anordnung der Gebäude entspricht dies einem Durchmesser von ca. 210 Schritt (m) ein. Nach wie vor sind die meisten Häuser einstöckig und nur wenige Gebäude zwei- oder mehrstöckig. Dieses sind dann entweder ein befestigtes Herrenhaus und/oder eine Kirche respektive ein Speicher.

Städte

Die Bewohnerzahl von Städten reicht von 500 bis 10'000 Einwohnern. Während kleinere Städte (bis ca. 2'000 Einwohner) im Durchschnitt bis 1 Tagesstrecke (ca. 70 km) auseinanderliegen, liegen grössere mindestens 2 Tagesstrecken (ca. 140 km) auseinander. Städte haben nur dann Mauern, wenn sie häufig bedroht sind oder aufgrund ihrer Geschichte der heutige Altstadt-Kern immer noch ummauert ist. Die meisten Städte haben mindestens zwei- in der Regel drei- bis vierstöckige Gebäude.

Eine Kleinstadt hat 500 bis 3'000 Einwohner. Definitionsgemäss besitzt sie einen ständigen Markt, auf dem täglich eingekauft werden kann.
In Kleinstädten gibt es mindestens einen Waffenschmied, andere Schmiede und viele ständige Kaufläden, in denen Waren aus der Umgebung oder der nächsten Grossstadt verkauft werden. In der Regel werden in einer Kleinstadt die meisten einfachen Waren hergestellt.
Die Kleinstadt ist üblicherweise die grösste Siedlung, die noch durch die in unmittelbarer Nachbarschaft erzeugte Nahrung versorgt werden kann. Kleinstädte liege durchschnittlich 50km vo der nächsten gleich grossen oder grösseren Siedlung entfernt.
Die heiligen Plätze einer Kleinstadt sind gewöhnlich eine Kirche und verschiedene Kapellen und Schreine für Lokalgeister usw. Statt dessen kann es auch einen einzigen Dom geben. Oft ist hier ein Zauberkundiger ansässig.
In jedem Jahr können sich Nomadenfamilien, -sippen und -stämme für einige Spannen oder eine Einheit in Lagern treffen, deren Grösse kleinen oder sogar einer mittelgrossen Stadt entspricht. Wie lange dieses Lager besteht, hängt vom rituellen oder sozialen Zweck sowie vom Nahrungs- und Futterangebot ab.
Kleinstädte breiten sich auf einer Fläche von 4 bis 20 Hektaren aus (40'000 m² bis 200'000 m², bei kreisförmiger Anordnung der Gebäude entspricht dies einem Durchmesser von ca. 225 bis 505 m) aus.

Eine Stadt hat 2'000 bis 8'000 Einwohner. Dieses städtische Zentrum hat einen Bevölkerungsüberschuss, so dass zusätzliche Nahrung eingeführt werden muss. Sein zentraler Markt ist immer geöffnet und besitzt Einrichtungen für Grosshandel, Lagerung und Versand von Gütern. Hier werden Waffen und Panzerungen, feine Kleidung, Schiffe (nur in Küstenstädten) usw. hergestellt. Die Preisliste für grosse Städte wird angewendet.

Die meisten dieser Städte besitzen mindestens einen Dom (oft auch zwei) und eine Anzahl von Kirchen, Kapellen und Schreinen. Gewöhnlich leben dort keine Schamanen; sie könnten jedoch in der ländlichen Umgebung ansässig sein. Gelehrte und Spezialisten sind in Städten zu finden.
Städte benötigen zwischen 7 und 105 Tagwerk Platz, 135'000 bis 525'000 Rechtsschritt (m²), bei kreisförmiger Anordnung der Gebäude entspricht dies einem Durchmesser von ca. 415 bis 818 Schritt (m).

Grossstädte

Für vorindustrielle Zeiten ist eine Stadt mit 10'000 und mehr ständigen Bewohnern sehr gross. Die grössten Provinzhauptstädte des römischen Imperiums fallen in diese Kategorie, jedoch kaum eine Stadt des feudalen Europas. Eine grosse Stadt ist typischerweise das Zentrum eines kleinen Königreichs oder die Hauptstadt der Provinz eines Imperiums. Eine Grossstadt ist die grösste Siedlung, die eine Barbaren-Kultur hervorbringen kann.
Sie ist ein wichtiges Einfuhrzentrum sowie ein wichtiges Produktionszentrum für Luxusgüter wie gute Musikinstrumente, Brokat, Spitzen und Kunstwerke. Hier findet die Preisliste für grosse Städte Anwendung.
Eine Grossstadt liegt im Durchschnitt eine Wochenreise, 7 Tagesstrecken (etwa 490 km), von der nächsten Stadt mit vergleichbarer Grösse entfernt.
In Grossstädten sind oft Kathedralen zu finden, die gewöhnlich der Hauptgottheit der Region geweiht sind. Es kann ausserdem Dome für die anderen Gottheiten des regionalen Pantheons geben. Den weniger bedeutenden Gottheiten dieses Pantheons sind Kirchen und Kapellen geweiht; dies gilt auch für fremdländische Gottheiten, die von Einwanderern oder Besuchern verehrt werden. Ausser ihnen existieren viele kleinere Schreine und Gebetsstätten, die obskuren Geistern oder kleinen Göttern geweiht sind.
Grossstädte sind die natürliche Heimat von Gelehrten, Erfindern und Zauberkundigen. Hier sind meist mehrere Magierbünde und vielleicht sogar ein Erzmagier ansässig.
Grossstädte benötigen mindestens 132 bis 264 Tagwerk Platz, was 660'000 bis 1'320'000 Rechtsschritt (m²) entspricht, und bei kreisförmiger Anordnung der Gebäude einen Durchmesser von ca. 916 m bis 1'300 Schritt (m).

Metropolen

Eine Metropole bildet auf Ahbaron die grösste Siedlung; sie hat zwischen 25'000 und 1 Million Einwohner. Eine Metropole setzt eine gute Infrastruktur (normalerweise zu Wasser) und eine starke zentrale Verwaltung voraus, die die Nahrungsbeschaffung für die Bewohner übernimmt. Hier verkaufen Importeure ihre Waren.
Metropole liegen mindestens 30 Tagesstrecken (ca. 2'100 km) auseinander.

Eine Stadt mit mehr als 50'000 Einwohnern ist aussergewöhnlich, aber die Geschichte Terras berichtet uns von vielen noch grösseren, selbst in alten Zeiten, darunter das kaiserliche Rom (mit bis zu einer Million Einwohnern), Byzanz und Tenochtitlan in Mittelamerika. London hatte 25'000 bis 40'000, Paris 50'000 bis 80'000, Genua 75'000 bis 100'000, Venedig über 100'000 und Moskau im 15. Jahrhundert 200'000 Bewohner.

Eine Metropole hat gewöhnlich eine Kathedrale für den Staatskult oder -gottheit und die Mitglieder ihres Pantheons. Innerhalb ihrer Mauern kann es noch mehrere andere Kathedralen derselben Gottheit geben. Ansonsten besitzt sie die gleiche Mischung aus anderen Kulten und Formen der Magie wie eine Grossstadt.

In einer Metropole ist alles zu finden und zu haben, für einen Preis und mit genügend Zeit, unabhängig ob legal oder illegal.

Metropolen nehmen mindestens 330 bis 13'000 und mehr Tagwerk Platz ein (1.65 bis 65 km²), bei kreisförmiger Anordnung der Gebäude entspricht dies einem Durchmesser von ca. 1/3 bis 1 4/5 Wegstrecke (1.6 bis 9.2 km).

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